Prof. Servet Ahmet Golbol

Prof. Servet Ahmet Golbol studierte in Mainz Filmwissenschaft und nahm später ein paralleles Kunststudium an der Kunstakademie Mainz im Fach Film/Video auf. Er diplomierte 1999 mit dem Kurzfilm An Eve. Im Anschluss daran absolvierte er ein Postgraduierten Studium an der Kunsthochschule für Medien (KHM). Mit dem Drehbuch „Sara’s Lied“ erhielt er dort 2002 sein Diplom.

Sein dokumentarischer Kinofilm Zwei halbe Leben sind kein Ganzes (2008) ist laut FBW „eine Auseinandersetzung mit Identitäten, Zugehörigkeitsgefühl, dem Tod und der Zeit – vor allem aber ein Plädoyer für Toleranz“ und erhielt dafür das „Prädikat besonders wertvoll“.[1]

Erwähnenswert ist der Soundtrack des Filmes, den die Band Quadro Nuevo komponierte. Ohne den üblichen Marketingmaßnahmen erreichte die CD Goldstatus in den Verkäufen. Mit den Mitgliedern der Band verbindet ihn seither eine enge Freundschaft.

Es folgten Künstlerporträts über den Cellisten Daniel Müller-Schott[2] und die Geigerin Viviane Hagner[3] für 3sat.

Zusammen mit Veit Helmer schrieb Golbol auch Drehbücher zu weiteren Filmen. Der von Helmer inszenierte FilmAbsurdistan, an dessen Drehbuch er beteiligt war, gewann u.a. den Spezialpreis der Filmjury des Bayerischen Filmpreises.

Mit dem dokumentarischen Kinofilm Rutenkinder drehte er nach Zwei halbe Leben sind kein Ganzes seinen zweiten „Heimatfilm“, dieses Mal in Deutschland. Das Thema war dieses Mal heiterer. Der Film porträtiert mit einem liebevollen Schmunzeln die Bewohner des oberschwäbischen Ravensburgs wenn sie ihr jährliches Rutenfest feiern. Ulrich Kienzle als dokumentarischer Moderator mit ironischem Unterton und Urschwabe verlieh dem Film das besondere Etwas. Premiere war 2011 in Ravensburg.

Mit den Musikern der Band Quadro Nuevo verband ihn seit der Filmmusik für Zwei halbe Leben sind kein Ganzes eine enge Freundschaft. Folgerichtig beschlossen sie, gemeinsam den Roadmovie „Reise nach Batumi“ über die Band zu drehen und die Entstehung der CD „Grand Voyage“ zu dokumentieren. Hierfür begleitete er sie auf einer wilden Tournee durch den Balkan und um die halbe Welt. Zusätzlich entstand dazu noch eine Konzertaufzeichnung im Prinzregententheater in München sowie ein Musikvideo.

2011 startete er zudem seine akademische Laufbahn als Lehrbeauftragter für Film an der Hochschule Trier im Fachbereich Intermedia Design. Kurze Zeit später übernahm er dort auch eine Vertretungsprofessur.

Gleichzeitig inszenierte er für die Stuttgarter Theatercompany Lokstoff ein Stück über Frankenstein und Oppenheimer zur Kompilation „Prometheus Reloaded 6.0“, welches am 2. November 2011 anlässlich der Landesausstellung „Weltsichten“ im Lindenmuseum in Stuttgart uraufgeführt wurde. Nach seinem Theaterengagement und einem Ausflug in die Oper mitBerlin International Opera seine zweite größere Theaterarbeit.

2013 wurde er als sogenannter Fachlektor für Film vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) nach Jordanien an die Deutsch-Jordanische Universität GJU entsandt, um dort an der Faculty of Architecture and Built Environment im Fachbereich Design und Visuelle Kommunikation eine Filmabteilung aufzubauen, zu betreiben und im Curriculum zu verankern. Dort wurde er zum Industrial Professor berufen.

Überdies schrieb Golbol kommerzielle Hörspiele für Disney und Warner Bros.

Seit dem Wintersemester 2017/18 ist er Professor für Narrative Formate an der Hochschule Trier in der Fachrichtung Intermedia Design.

Sein Fokus liegt auf Regie im fiktionalen und dokumentarischen Bereich sowie auf Dramaturgie und Drehbuch.